JensDiemer

Kurze Inhaltsangabe

Ein altes Pärchen erinnert sich am Ende eines langen gemeinsamen Lebens an ihre Zeit zu zweit und ist dabei eigentlich selber schon Erinnerung.

Kleines Exposé

Der Film besteht aus einer Kombination aus 2D und 3D Elemente. Die zwei Menschen sowie die Bilder an der Wand werden normal gezeichnet und eingescannt. Diese Digitalen Bilder werden mit dem Computer in einer 'virtuellen' 3D Raum (das Zimmer) verknüpft.

Die Verknüpfung von realen (2D-Bildern) und virtuellen (3D-Räumen) Elemente soll sich auch in der Filmischen Art wieder spiegeln. Dazu wird Kameraeinstellung und Schnitt der Animation im Stil eines real gedrehten Films erstellt. D.h. die Kameraeinstellungen in der Animation werden nur so vorgenommen, das sie real nachdrehbar sein werden. (ausgenommen die Schlusssequenz).

Review

Erster Platz beim FilmFest

PLUS gewann am 26.Nov.2004 den Jurypreis des Filmfest der Heinrich-Heine-Universität. Am 2.Feb.2004 fand in der BlackBox eine Retrospektive des Filmfest statt, bei dem u.a. PLUS nochmals gezeigt wurde.

Die Jury:

  • Anna Fantl - Filmstiftung NRW, Produktion 2
  • Sharlene Strie - Studentin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Prof. Dr. Timo Skrandies - Studiengangskoordinator Medien- und Kulturwissenschaft
  • Jan Krämer - Lektor der Fiction-Abteilung Endemol
  • Sinan Akkus - Schauspieler und Regisseur

Die Laudatio:

In extrem reduzierten Bildern streift an uns das Leben zweier sich liebender Menschen vorbei: ein Lebensbild, noch ein Lebensbild ... und wieder eines. Mit jedem Blick auf einen solch prägnanten Augenblick setzt sich die Erinnerung an die verflossene Zeit in Gang, wird das Leben zu einem erfüllten und ? im wörtlichen Sinne ? bewegten. bis es ganz verlöscht. Und das alles in knapp 4½ Minuten.

Der Film 'Plus' nutzt verschiedene Animationstechniken und differenziert damit die Erzählebenen aus: das Zimmer, die Personen, die fotografischen Erinnerungen. Sehr klug und bedacht ist dabei die reduziert eingesetzte Animationstechnik - sie kommt nicht als selbstverliebte technische Spielerei daher, sondern lässt den Zuschauer den größtmöglichen Raum, die fotografischen Szenen mit dem eigenen Leben zu füllen.

Das erzählerische Moment kehrt auch in der musikalischen Begleitung wieder: ein kreisendes Motiv, das mit den Klängen einer Musikwalze das Motto des Lebenszyklus wieder aufnimmt.

Die Filmemacher schaffen es, eines der großen Themen - den gemeinsamen Lebensweg - vor dem Stereotyp zu bewahren, indem sie es an den sinnlichen und gelebten Alltag zweier Menschen binden.

Zeitungsmeldung

RP Online - 06.12.04:

[...] Der animierte Kurzfilm "Plus" von Jens Diemer und Patrick Fell gewannen den Jurypreis. Sie blicken in viereinhalb Minuten mit einem alten Ehepaar auf das gemeinsame Leben zurück - bis das Ehepaar am Ende selbst nur Erinnerung ist. [...]

entire-electro.com - 01.12.2004: Die Filme im einzelnen