JensDiemer

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort...“
Die Kamera schwenkt von sich kratzenden und nackten Füßen hoch zu einem alten Mann, der tief über einem leeren Pergament gebeugt sitzt.

„ ...und der Mensch hatte einerlei Sprache und Zunge.“ Mit seiner festen Faust sät er Buchstaben auf das Pergament. Wie von Zauberhand ordnen sie sich nach seinem Sinn. „Sie zogen in ein eben Land.“ Er verteilt die Buchstaben mit flacher Hand auf dem ganzen Papier. „Und sie sagten: ‘Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen.“ Er sammelt die Buchstaben in der Mitte und türmt sie schließlich beschwörend zu einer in den Raum ragenden Spitze auf.

Er schaut sich das Türmchen an:“ Denn der Herr fuhr hernieder, das er sehe.“ Er sieht es und es mißfällt ihm, denn “wenn sie dies anfangen, werden sie nie ablassen.“ Und so fahrt er mit seiner Faust hernieder und zerschlägt das Werk, zerteilt die einzelnen Bausteine und schleudert sie in alle Richtungen.
Zufrieden und grell lachend lehnt Gott sich nun zurück und überläßt uns den finalen Plotpoint.

Für den wir uns jedoch erst noch entscheiden müssen.
Eine Sprecherstimme erzählt die Geschichte, während Gott sie mit monumentalen Bewegungen illustriert. Die Stimmung ist sehr göttlich, mit heiliger Musik, bedeutungsschwerer Worte und wichtigen Gesten. Das ist sicher auch eine schöne Basis für einen profanen Schluß.